Der Ansatz der Geisteswissenschaft zum Corona-Virus

Der Ansatz der Geisteswissenschaft zum Corona-Virus

Etwas chaotisch geht es diese Tage ja schon zu. Experten streiten sich, Meinungen prallen aufeinander, ich habe das Gefühl, dass etliche Personen die Situation dazu nutzen wollen, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Und natürlich gibt es wieder viele Personen, die sich dagegen wehren und so geht es hin und her. Manchem wird man zustimmen, anderes verwerfen. Jedenfalls zeigt die Tatsache, dass das Virus seit Monaten bekannt ist, aber trotzdem scheinbar keine wirklich gesicherten Erkenntnisse vorliegen, wie genau damit zu verfahren ist, dass das Phänomen wohl wirklich schwer greifbar ist.

Betrachten wir zuerst einmal ganz unvoreingenommen die Naturwissenschaften. Wir haben ja alle naturwissenschaftliche Bildung genossen und für mich ist es jedenfalls so, dass ich die Natur-wissenschaften und ihre Errungenschaften sehr schätze. Als Informatiker habe ich gelernt, logisch und strukturiert zu denken und ich verlasse mich auch auf dieses Denken. Es funktioniert!

Wie kann der naturwissenschaftliche Ansatz ganz grob beschrieben werden? Wir haben eine Erscheinung, eine greifbare, messbare Erscheinung und bestimmen durch unser Denken, wie die Erscheinung zu erklären ist, wie sie zustande kommt und welchen Platz sie in der Welt hat. Die Erklärung muss durch Denken nachvollzogen werde können und muss durch den Alltag bestätigt werden können. Noch mal, dieser Ansatz hat für mich absolute Berechtigung und ein großer Teil meiner Weltanschauung beruht darauf.

Eine ganze Zeit lang glaubte man, dass durch diesen Ansatz die Welt in allen Facetten erklärt werden könnte und dass man alle Erscheinungen der Welt auf wägbare, messbare Tatsachen der Welt zurückführen und erklären könnte. Bei genauerer Betrachtung der Welt zeigt sich aber, dass viele Erscheinungen durch diesen Ansatz nicht erklärt und bewiesen werden können, trotzdem aber existent sind.

Selbst bei einem groben, fassbaren, wägbaren Stoff, wie es die Materie ist, ist die Sachlage wohl doch nicht so eindeutig, wie es scheint. Ich gebe hier mal die Aussage eines Herrn wieder, der in seiner Lebensbilanz feststellte: „Ich habe mein ganzes Leben der Erforschung der Materie gewidmet und bin sicherlich frei von jeglichem Verdacht, ein Schwarmgeist zu sein. Und so sage ich mit vollem Bewusstsein: es gibt keine Materie an sich!“

Der Herr war der Nobelpreisträger für Physik Max Planck. Er war nicht allein. Auch andere Nobelpreis-träger wie Werner Heisenberg oder Wolfgang Pauli sahen die Sache ähnlich wie Max Planck. Und auch heute gibt es namhafte Physiker wie Hans-Peter Dürr, die sich darüber beklagen, dass die Erkentnisse   eines Max Planck oder Werner Heisenberg nicht berücksichtigt werden und weithin unbekannt sind. Sie sind einfach unbequem und passen nicht in das Dogma, dass sich alle Erscheinungen aus der Materie heraus erklären lassen müssten. Ich verweise hier auf das Buch „Es gibt keine Materie!“ von Hans-Peter Dürr, ISBN 978-3-86191-028-2.

Völlig grotesk und unbrauchbar wird dieser Ansatz, wenn wir den Menschen selbst betrachten. Und noch einmal: es geht nicht gegen die Naturwissenschaft! Es geht darum zu erkennen, auf welchen Gebieten die Naturwissenschaften berechtigt sind und wann sie herangezogen werden sollten, und wann nicht. Die Berechnung der Statik eines Hauses ist Naturwissenschaft, hier hat ein geistes-wissenschaftlicher Ansatz gar nichts verloren.

Wir ignorieren jetzt der Einfachheit halber Herrn Planck und gehen von einer stofflichen Erklärung des Menschen aus. Das kann man ja im Alltag gut machen, aber wirklich tiefergehende Erkenntnisse bleiben dadurch verborgen. Also, im Internet finden wir z.B. unter http://kirste.userpage.fu-berlin.de/medi/suppl/mensch.html dass der Mensch hauptsächlich aus Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Calcium besteht. Welcher dieser Stoffe lebt nun? Wie kommt ästhetisches Empfinden zustande? Wenn ich, sagen wir mal, 80 kg dieser Stoffe in der richtigen Verteilung zusammen mische, dann beginnt das zu leben, hat Erfahrungen, Empfindungen usw.? Absurd. Das bleibt unbelebte Materie, wenn sich die chemischen Potentiale ausgeglichen haben, tut sich da ja nichts mehr. Das wächst nicht, lebt nicht, entwickelt kein Bewusstsein.

Und noch niemals ist beobachtet worden, dass sich materielle Stoffe aus sich selbst heraus organisieren, wachsen, sich vermehren. Aber wenn das Leben, die organisierende Kraft aus dem materiellen Zusammenhang heraus geht, dann zerfällt der Körper, das ist eine Tatsache. Die Stoffe bleiben ja zurück.

Die Geisteswissenschaft kommt hier zu dem Schluss, dass es ein übersinnliches, aber trotzdem existierendes Phänomen gibt, das man Leben nennt, das die Stoffe organisiert, in einen sinnvollen Zusammenhang bringt, das nicht aus den Stoffen heraus erklärt werden kann. Und hier ist für mich die Geisteswissenschaft berechtigt. Ich weiß sehr wohl, dass es Wechselwirkungen zwischen Stoffen und Leben gibt, und es ist ja klar, wenn das Leben einen stofflichen Zusammenhang organisieren muss, dann spielen Stoffe auch eine Rolle. Aber Stoffe leben nicht, haben kein Bewusstsein. Das ist ja gerade die Definition von Stoffen.

Führen wir uns einmal kurz die 7 Lebensprozesse vor, die Rudolf Steiner genannt hat. Man findet sie auf https://anthrowiki.at/Lebensprozesse . Kann man das mit Kohlenstoff und Sauerstoff in Verbindung bringen?

Jedenfalls, die Geisteswissenschaft muss beim Menschen noch 2 weitere Ebenen unterscheiden, die im Bezug auf das Immunsystem von großer Wichtigkeit sind: das Bewusstsein und das Ich.

Als ich noch Kind war, begannen die Allergien langsam mehr zu werden. Wir hatten schon das unbestimmte Empfinden, dass die Allergien eher „besondere“ Personen betrafen. Es ist ja 50 Jahre her, da war es noch anders als heute. Jedenfalls war es für uns schon so, dass das sehr empfindliche, sensible Personen waren, die eher Allergien bekamen. So ein robuster, vierschrötiger Landwirt bekam das eher nicht. Jedenfalls war hier doch schon spürbar, dass das Immunsystem auf das Eindringen von gewissen Stoffen ganz unverhältnismäßig reagierte.

Eine Erklärung nur auf stofflicher Basis ist hier natürlich schwierig. Eine Zeitlang gab es dann von Seiten der Medizin die Erklärung, dass der Körper Antikörper gebildet hätte und diese die Reaktion hervorrufen würden. Aha! Jetzt bin ich wirklich schlauer. Und warum bildet mein Körper Antikörper?

Ja das weiß die Medizin jetzt nicht so genau. Ich jedenfalls habe mir ein Gespür angeeignet, wann die „Erklärung“ eines Phänomens durch ein anders Phänomen erfolgt, dessen Ursprung wieder nicht erklärt wird. Das Problem, die Fragestellung verlagert sich von der Allergie zum Antikörper. Mehr ist nicht passiert.

Jedenfalls, die Rolle des Bewusstseins für das Immunsystem wird in der Geisteswissenschaft anders behandelt als in der Naturwissenschaft. Sehr gute Darstellungen finden sich auf der Seite von Heinz Grill: https://heinz-grill.de/ oder auch in seinen Büchern wie „Kosmos und Seele“, „Das Wesensgeheimnis der Seele“ oder „Das Wesensgeheimnis der psychischen Erkrankungen“.

Gehen wir es also mit Zuversicht an und lassen uns nicht unterkriegen!

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