Säkulare Ethik

Säkulare Ethik

Säkulare Ethik

Vor einigen Tagen las ich zufällig eine Kritik zu den Bayreuther Festspielen. Dort stand:

>> Regisseur Laufenberg sagt im Interview im aktuellen Programmheft, dass es "völlig dumm ist, religiöse Symbole, die so verschieden und politikfremd aufgeladen sind, für politische Zwecke zu missbrauchen". Der Regisseur empfiehlt Söder, die "Parsifal"-Inszenierung anzuschauen und das Kreuz "mit anderen Symbolen im Alltag eine Weile ruhen zu lassen, um uns auf eine humane Politik konzentrieren zu können".

Damit ist die Grundausrichtung der Inszenierung gut auf den Punkt gebracht. Tenor: Echte Harmonie und Frieden gibt es nur ohne Religion. <<

Eine eindeutige Aussage. In die gleiche Kerbe schlägt der Dalai Lama:

„Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.“

Ich bin aufgewachsen mit dem Katholizismus auf der einen Seite und der Naturwissenschaft auf der anderen Seite. Nun soll also die Religion wegfallen und durch eine säkulare Ethik ersetzt werden. Angesichts der fast täglichen Schreckensmeldungen über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche kann man eigentlich nur sagen: je schneller desto besser. Aber welches Wertesystem setzen wir an die Stelle der Religionen?

Zur Ethik selbst gibt es bergeweise Material. Was sagt Wikipedia dazu? Scheint die Sache nicht unbedingt zu vereinfachen. Nach dem Lesen taucht ein Wust an Fragen auf und ich fühle mich nicht wirklich klüger. Am Ende aber bleiben zwei Grundfragen: die Frage nach der Erkenntnis und die Frage nach der Freiheit. Beides Fragen wohl so alt wie die Menschheit selbst. Wie können wir Erkenntnisse über moralische Werte bekommen, die von uns als wahr empfunden werden und die Kraft haben, sich im Alltag zu behaupten? Und müssen wir uns dann unter die von uns erkannten Werte unterordnen? Wie ist unter diesen Umständen Freiheit möglich?

Klar ist aber eines: wenn meine Ethik von den von mir selbst erkannten Werten abhängt, dann gibt es für mich kein allgemeines Wertesystem sondern nur das von mir selbst erkannte und durchdachte. Der Umfang und die Kraft dieses Systems hängt von mir selbst ab und kann mir niemals von außen übergestülpt werden.

Rudolf Steiner hat die beiden Grundfragen in seinem Buch „Die Philosophie der Freiheit“ umfassend beantwortet. Ich habe mittlerweile viele Personen getroffen, die dieses Buch gelesen haben. Ganz selten war einer dabei, der sagte: „Ja, ich habe dieses Buch so durchgearbeitet, dass es mir eine Stütze im Leben ist und ich darauf meine eigene Moralität gründen kann“. Schade, aber eigentlich schon verständlich. Das Buch stellt viele Anforderungen an den Leser.

Und trotzdem: Das darin beschriebene hat seine Gültigkeit, aber es scheint, dass es neu formuliert, neu beschrieben werden muss. Wie erlangen wir die Fähigkeit Wahres von Unwahrem zu unterscheiden? Wie kommen wir vom Subjektiven zum Objektiven? Wie erlangen wir eine Sicherheit in unseren Erkenntnissen?  Wie kann das Denkvermögen zu einer umfassenden Weitsicht geschult werden?

Ich frage mich, ob es nicht vermessen ist, mit dem Anspruch an die Öffentlichkeit zu gehen, Antworten auf diese Fragen finden zu wollen und darzustellen. Aber ich denke auch, dass wir irgendwie beginnen müssen uns mit diesen Fragen zu beschäftigen. Antworten großartiger Persönlichkeiten gibt es, es liegt an uns sie zu durchdenken und unsere eigenen Erkenntnisse zu gewinnen. Jeder nach seiner Art, seinen Fähigkeiten und seinem eigenen Wollen nach.

er eines: wenn meine Ethik von den von mir selbst erkannten Werten abhängt, dann gibt es kein allgemeines Wertesystem sondern nur das von mir selbst erkannte. Der Umfang und die Kraft dieses Systems hängt von mir selbst ab und kann mir niemals von außen übergestülpt werden.

Rudolf Steiner hat die beiden Grundfragen in seinem Buch „Die Philosophie der Freiheit“ umfassend beantwortet. Ich habe mittlerweile viele Personen getroffen, die dieses Buch gelesen haben. Ganz selten war einer dabei, der sagte: „Ja, ich habe dieses Buch so durchgearbeitet, dass es mir eine Stütze im Leben ist und ich darauf meine eigene Moralität gründen kann“. Schade, aber eigentlich schon verständlich. Das Buch stellt viele Anforderungen an den Leser.

Und trotzdem: Das darin beschriebene hat seine Gültigkeit, aber es scheint, dass es neu formuliert, neu beschrieben werden muss. Wie erlangen wir die Fähigkeit Wahres von Unwahrem zu unterscheiden? Wie kommen wir vom Subjektiven zum Objektiven? Wie erlangen wir eine Sicherheit in unseren Erkenntnissen?  Wie kann das Denkvermögen zu einer umfassenden Weitsicht geschult werden?

Ich frage mich, ob es nicht vermessen ist, mit dem Anspruch an die Öffentlichkeit zu gehen, Antworten auf diese Fragen finden zu wollen und darzustellen. Aber ich denke auch, dass wir irgendwie beginnen müssen uns mit diesen Fragen zu beschäftigen. Antworten großartiger Persönlichkeiten gibt es, es liegt an uns sie zu durchdenken und unsere eigenen Erkenntnisse zu gewinnen. Jeder nach seiner Art, seinen Fähigkeiten und seinem eigenen Wollen nach.

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